Selbstregulation und Regulationsstörungen
Die Selbstregulation in der frühen Kindheit ist eine komplexe Entwicklungsaufgabe. Das Kind passt sich an seine Umwelt an. Es verarbeitet Erfahrungen, wie zum Beispiel einen Schlaf-Wach-Rhythmus und die Nahrungsaufnahme. Es gelingt den Babys, Gefühle wie Hunger oder Müdigkeit für eine kurze Zeit zu bewältigen. Es übt sich darin, Aufregung und Stimulation zu verarbeiten und sein Verhalten erfolgreich zu regulieren.
Diese Fähigkeiten sind „Meilensteine“ in der frühen Kindesentwicklung. Die Kompetenz zur Bewältigung all dessen ist individuell und abhängig vom Wesen und Temperament des Kindes sowie von der Umgebung, in der es heranwächst.
Bei manchen Kindern treten Störungen der Selbstregulation auf. Diesen Kindern fällt es schwer, den jeweils nächsten Meilenstein sicher zu erreichen. Es lohnt sich, schon frühzeitig den dafür unterschiedlichen Gründen auf die Spur zu kommen, damit das Kind seine Fähigkeiten zur Selbstregulation aufbauen kann. Denn die verschiedenen Formen der Regulationsstörung stehen miteinander im Zusammenhang und können sich fortsetzen. Das heißt: Unruhige, junge Babys, die sehr viel schreien, tun sich häufig auch mit dem Schlafen und/oder Essen schwer. Später können Störungen in der Emotionsverarbeitung oder im Spielverhalten auftreten. Damit diese Kette durchbrochen wird, ist es wichtig, dass die Kinder frühzeitig lernen dürfen, ihre Entwicklungsaufgaben eigenständig zu bewältigen.
Ziel meiner Beratung ist es, den Blick der Eltern auf die Entwicklung ihres Kindes zu schärfen. Ich stärke sie dabei, ihren Fähigkeiten zu vertrauen. Sie erfahren, wie sie ihr Kind konkret und liebevoll unterstützen können. Je früher die Eltern die Signale und Entwicklungsaufgaben ihres Kindes erkennen und verstehen, desto sicherer werden sie sie ihrem Baby begegnen. Ein Kreislauf der gegenseitigen Stärkung beginnt.